Reference : Kommunale Selbstinszenierung im vorstädtischen Raum. Ein neuer Blick auf Leprosorien ...
Scientific congresses, symposiums and conference proceedings : Paper published in a book
Arts & humanities : History
http://hdl.handle.net/10993/32175
Kommunale Selbstinszenierung im vorstädtischen Raum. Ein neuer Blick auf Leprosorien des Spätmittelalters und der frühen Neuzeit
German
Uhrmacher, Martin mailto [University of Luxembourg > Faculty of Language and Literature, Humanities, Arts and Education (FLSHASE) > Identités, Politiques, Sociétés, Espaces (IPSE) >]
In press
Kommunale Selbstinszenierung
Hesse, Christian
Schulte, Daniela
Stercken, Martina
Chronos
No
Yes
International
Kommunale Selbstinszenierung. Tagung der Commission Internationale pour l’histoire des Villes, des Schweizerischen Arbeitskreises für Stadtgeschichte und des NCCR «Mediality. Historical Perspectives»
from 3-9-2015 to 6-9-2015
Commission Internationale pour l’histoire des Villes / Schweizerischer Arbeitskreises für Stadtgeschichte / NCCR «Mediality. Historical Perspectives» Universität Zürich
Zürich
Switzerland
[en] History ; urban history ; medieval history ; early modern history ; leper houses ; leprosy
[de] Geschichte ; Stadtgeschichte ; Städtegeschichte ; Mittelalter ; Frühe Neuzeit ; Selbstinszenierung ; Lepra ; Leprosorien
[de] Abstract zur Tagung „Kommunale Selbstinszenierung“ der Internationalen Kommission für Stadtgeschichte, des Schweizerischen Arbeitskreises für Stadtgeschichte und des NCCR 'Mediality. Historical Perspectives'
Universität Zürich, 3./4./5. September 2015

Martin Uhrmacher (Universität Luxemburg)

„Leprosorien als kommunale Repräsentationsbauten im vorstädtischen Raum. Ein neuer Blick auf eine bisher wenig beachtete städtische Baugattung“

Die vor den Mauern mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Städte gelegenen Leprosorien werden heute zumeist noch immer als abgelegene und verborgene Orte der Exklusion angesehen, durch Zäune und Mauern von der Außenwelt getrennt. Dementsprechend wird auch der Baugattung „Leprosorium“ nur wenig architektonischer Wert zugebilligt, wie bspw. im Ausstellungskatalog „Aussatz – Lepra – Hansen-Krankheit: Demnach hatten sie „keinerlei repräsentative Bedeutung, im Gegenteil: eher unauffällig sollten sie sein, verborgen vor dem Blick der Stadtbewohner und Reisenden“.
Im 2005 von Monika Escher und Frank G. Hirschmann publizierten Syntheseband „Die urbanen Zentren des hohen und späten Mittelalters“ zur Geschichte mittelalterlicher Städte zwischen Rhein und Maas werden Leprosorien zudem als „nicht wertungsrelevantes“ Urbanitäts- und Zentralitätskriterium“ bezeichnet; begründet mit der angeblichen „Tatsache, daß in der Regel der topographische Bezug zur Stadt gering war“.

In der jüngeren Forschung hat sich diese Einschätzung nun grundlegend gewandelt. Leprosorien gelten aufgrund ihrer besonders prominent und exponiert ausgewählten Standorte an Kreuzungen, Brücken und Hauptausfallstraßen als präsente und das städtische Umland prägende kommunale Einrichtungen, die ein fester Bestandteil der städtischen Lebenswelt waren. Sie dienten nicht dazu, ihre Bewohner zu verstecken, sondern waren vielmehr mit Stiftungen und Spenden versehene städtische Einrichtungen, die vom Rat und den Bürgern auch als Prestigeobjekte betrachtet wurden.
Anhand ausgewählter Beispiele wird aufgezeigt, wie Leprosorien als Repräsentationsobjekte der Stadtgemeinden auch dem bürgerlichen Selbstverständnis Ausdruck verliehen.
Researchers ; Professionals
http://hdl.handle.net/10993/32175

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